FAQ’s



Wer ist „Allah“?

Der Iman (Verinnerlichung des Glaubens) an einen einzigen Gott (Attauhid) und seinen Gesandten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) bilden das Fundament des islamischen Glaubens. Daher beginnt das islamische Glaubensbekenntnis mit der Negation jeglicher Gottheit (La ilaha) und bestätigt dann, dass es nur einen Gott (illalah) gibt.

Allah ist der arabische Begriff für den einen Gott, eine Symbiose aus dem arabischen Artikel „al“ und dem Wort „ilah“ (Gott, Gottheit). Ungeachtet seiner Bedeutung in der arabischen Sprache wird es wie der Eigenname Gottes verwendet, aber auch von arabischsprachigen Nichtmuslimen als Begriff für Gott schlechthin.
Allah bezeichnet sich selbst unter anderem als Gott Ibrahims, Ismails, Ishaqs und Yakubs (a.s.), der sich diesen geoffenbart hat. Er ist Ahad, der Eine, der Einzige. Er ist Ar-Rahman (der Allerbarmer), Ar-Rahim (der Barmherzige), der Allwissende, der Schöpfer, der Allvergebende, der Allmächtige, der mit seinen 99 schönen Namen (al asma al husna) im Islam gepriesene.

Was sind „abrahamitische Religionen“?

Juden, Christen und Muslime betrachten Abraham (Ibrahim) als ihren geistigen Stammvater – den „Vater des Glaubens“. Er ist im spirituellem Sinne der Urahn von Judentum, Christentum und Islam, ja er gilt sogar als Stammvater der Hebräer (somit der Juden), und der Araber – und Moses, Jesus wie auch Muhammad werden als seine leiblichen Nachkommen angesehen. Die Bezeichnung „abrahamisch“ oder „abrahamitisch“ betont somit die Zusammengehörigkeit der drei genannten Religionen, während z. B. bei den Sikhs, Hindus und Buddhisten Abraham keine Rolle spielt.

Was bedeutet das Wort „Islam“?

Islam bedeutet Frieden und Hingabe. Frieden heißt hier, daß der Gläubige mit sich selbst und mit seiner Umgebung in Frieden leben soll. Hingabe drückt sich in der Annahme des Willens Allahs (des einen Schöpfers) aus. Der Muslim erlangt mit dem Islam Frieden durch die Hingabe an Allahs Willen.
Im Quran, der heiligen Schrift der Muslime, sagt Allah selbst, daß Er den Islam für die Menschen als Religion erwählt hat: „…Heute habe ich für euch eure Religion vollständig gemacht, und Ich habe Meine Gnade an euch erfüllt, und Ich habe für euch den Islam als Religion bestimmt… “ (Koran 5:3).
Die abendländische Bezeichnung „Mohammedaner“ lehnen die Muslime ab, da Muhammad (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) als Prophet der Überbringer der Botschaft des Islam war, Allah allein aber anbetungswürdig ist.

Gibt es im Islam verschiedene Glaubensrichtungen?

Im Islam unterscheidet man zwei Hauptrichtungen: Sunniten und Schiiten. Beiden ist gemeinsam, daß der Quran und das Vorbild Muhammads Grundlagen ihres Glaubens sind. Beide verrichten fünfmal am Tag das Gebet, fasten im Monat Ramadan und gehen zur Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Richtungen kann man mit denen zweier verschiedener Denkrichtungen vergleichen. Die Muslime, welche die Aussprüche und Taten des Propheten Muhammad als verbindlich ansehen, werden Sunniten genannt, und diejenigen, die zusätzlich die Aussprüche und Ansichten Alis (Muhammads Schwiegersohn) für maßgeblich halten und ihn als den politischen und geistigen Nachfolger des Propheten betrachten, werden Schiiten genannt. Der Begriff „Schia“, wovon Schiiten abgeleitet ist, bedeutet Partei – in diesem Fall die Partei Alis. Sie begann eigentlich als eine politische Partei, die Ali im Konflikt mit seinen Gegnern helfen wollte. Heute machen die Schiiten ungefähr 15% der muslimischen Bevölkerung aus. Die meisten leben im Iran und Irak, während die Muslime in anderen Ländern zumeist Sunniten sind.

Die authentischen Urquellen des Islam (Qur’an und Sunna)

Der Islam kennt zwei Hauptquellen, auf denen der Islam basiert, den Qur’an und die authentische Sunna. Muslime verinnerlichen den Iman daran, dass der Qur’an das Wort Allahs (s.w.t.) ist, das einzige „Buch“, das seit seiner Offenbarung unverfälscht und vollkommen erhalten geblieben ist. Es gibt kein anderes Buch, das die Menschheit jemals gekannt hat, dem Richtigkeit, Glaubwürdigkeit und Treffsicherheit in all seinen Worten und Aussagen so eigen sind, wie dem Qur’an; denn er ist das vollkommene Werk des Schöpfers. Er ist die letzte und abschließende Hinabsendung und Rechtleitung Allahs (s.w.t.) an die Menschen und die alle früheren Schriften bestätigende und alles umfassende Schrift. Er enthält die gleiche Botschaft Allahs, wie die früheren von Ihm hinab gesandten Schriften.

Die Sunna ist die vorbildliche Lebensweise des Propheten Muhammad (s.a.w.). Die Sunna beinhaltet Aussprüche, Handlungen, Taten und Billigungen des Propheten. Überliefert wurde die Sunna von den Sahaba (Prophetengefährten), anfangs in mündlicher, später in schriftlicher Form. Die in schriftlicher Form überlieferte Sunna werden Hadithe genannt. Die Sunna stellt neben dem Qur’an die zweite Hauptquelle da. Ohne Sunna wäre es für uns Muslime unmöglich den Islam nach Allahs (s.w.t.) Willen zu leben und zu praktizieren.

Daher kommt die Verpflichtung zum Gehorsam gemäß der Sunna des Propheten (s.a.w.) höchstpersönlich von Allah (s.w.t.). In Sure 4 Ayat 80 steht dazu: „Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht damit auch Allah. Und wer sich abwendet, so haben wir Dich nicht als Hüter über sie gesandt.“

Die authentische Sunna ist, wie der Quran verbindlich für alle Muslime!

Was bedeutet die Bezeichnung „Muslim“

Die richtige und in jedem Falle vorzuziehende Bezeichnung ist ein Muslim, der Muslim – und in der Mehrzahl: (die) Muslime. Die Form Muslim entspricht genau dem arabischen Wort muslim (= „gottergeben“, „Muslim“). Die Form Moslem wurde vor Jahrzehnten wohl aus dem englischsprachigen Bereich übernommen (und ist immerhin schon viel besser als das unpassende, aber früher, bis in die 1970er Jahre, sehr übliche Wort „Mohammedaner“), gibt aber eher die persische Aussprache des Wortes Muslim wieder. Die englische Herkunft sieht man auch an der üblichen Pluralform (die) Moslems.
Fast alle deutschkundigen Muslime, islamischen Gruppierungen usw. bezeichnen sich inzwischen als Muslime, muslimisch. Eine Ausnahme ist wohl das Islam-Archiv in Soest mit der Moslemischen Revue, die den Namen einer Zeitschrift aus der Zeit zwischen den Weltkriegen übernommen hat. Die heutigen Herausgeber möchten dadurch an einem vermeintlich alten deutsch-islamischen Erbe festhalten und benutzen vermutlich deswegen weiterhin die Formen Moslem, Moslems.
Zum Muslim gehört natürlich – weiblich – die Muslimin oder die Muslima – Mehrzahl: Musliminnen oder auch Muslimas; alle diese Formen sind richtig und üblich.

Wie wird man Muslim?

Man ist Muslim (= „Gottergebener“), wenn man glaubt und bezeugt, dass es keine Gottheit gibt, außer Allah (s.w.t.) allein, und dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist. Es ist üblich, dies öffentlich zu machen, dass man vor zwei oder mehr Zeugen dieses Bekenntnis auf arabisch rezitiert.

asch’hadu al-lâ  ilâha illa-llâh, wa  asch’hadu anna muhammadan ‘abduhû wa-raßûluh.
„Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.“ Dieses kurze Glaubensbekenntnis wird kalimatuschahada oder einfach nur die Schahada genannt.

Das bisher Gesagte gilt für das Muslim-Werden einer zuvor anders- oder nichtgläubigen jugendlichen oder erwachsenen Person. Die meisten Muslime gehören allerdings durch Geburt dem Islam an und werden nicht durch eine Zeremonie oder einen Ritus in die muslimische Gemeinschaft aufgenommen (auch nicht durch Beschneidung). Jedes Neugeborene gilt im Islam als sündenlos und daher zunächst – naturgemäß (in seiner fitra) – als gottergeben (Muslim); es wird erst durch die Umgebung und Erziehung in eine bestimmte Religionsgemeinschaft integriert.

Was sind die grundlegenden Pflichten eines Muslims?

Der Islam basiert auf fünf Säulen, aus denen sich die Pflichten ergeben. Diese sind:
1) Das Bezeugen (Schahada), daß es nur Einen Gott gibt und daß Muhammad (s.a.w.) Sein Gesandter ist.
2) Das Gebet (Salah), das fünfmal am Tag vorgeschrieben ist.
3) Das Fasten (Siyam), welches im Monat Ramadan durchgeführt wird.
4) Die Armensteuer (Zakat), die eine Pflichtabgabe für gute Zwecke vom Vermögen der Wohlhabenden ist.
5) Die Wallfahrt nach Mekka (hadsch), welche jeder Muslim, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist, mindestens einmal im Leben verrichten muß.
Alle Säulen dieses Glaubensgebäudes sollten die gleiche Relevanz für einen Muslim besitzen, um dem „Gebäude“ seine entsprechende Gestalt zu verleihen. Es ist widersprüchlich, wenn jemand die Pilgerfahrt vollzieht, ohne daß er fastet oder die Gebete regelmäßig verrichtet. Stellen wir uns weiterhin ein Gebäude vor, welches nur aus Säulen besteht. Man kann es kaum ein Gebäude nennen. Dazu muß es ein Dach, Wände und auch Türen und Fenster besitzen. Diesen Teil des Glaubensgebäudes bildet im Islam das moralische Verhalten, das sich in Tugenden wie z. B. Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Geduld und vielen anderen Eigenschaften äußert. Deshalb sollte ein Muslim nicht nur die Säulen des Islam praktizieren, sondern auch stets bemüht sein, seinen Charakter entsprechend weiterzuentwickeln.

Die islamischen Glaubensgrundsätze (Imaninhalte)

Im sogenannten „Aamantu“ (ich glaube) sind die sechs Grundsätze des islamischen Glaubens kurz zusammengefasst:

Aamantu
(1) billaahi  (2) wa malaaiketihi (3) wa kutubihi  (4) wa rusulihi (5) wa l yaumil achiri  (6) we bilqaderi chairihi we scharrihi

1. Iman an Allah (s.w.t)

Der Iman (Verinnerlichung des Glaubens) an einen einzigen Gott (Attauhid) und seinen Gesandten Muhammed (s.a.w.) bilden das Fundament des islamischen Glaubens. Daher beginnt das islamische Glaubensbekenntnis mit der Negation jeglicher Gottheit (La ilaha) und bestätigt dann, dass es nur einen Gott (illalah) gibt.

2. Iman an die Engel

Engel sind Wesen, die Allah aus „nuur“ (Licht) erschaffen hat und die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. Sie dienen Allah und sind geschlechtsneutral und ernähren sich auch nicht wie Menschen. Vier große Engel sind namentlich bekannt: Dschibril, Mikail, Israfil und der Todesengel Azrail. Darüber hinaus gibt es unzählige Engel, unter ihnen auch  Schutzengel. Die Engel haben im Gegensatz zu den Menschen keinen eigenen Willen und leisten dem Willen Allahs (s.w.t.) zu 100% folge.

3. Iman an die himmlischen Offenbarungen

Kutub sind die himmlischen Offenbarungen, die an die Gesandten Allahs (s.w.t.) ergangen sind. Es gibt unter ihnen kleinere Schriften (suhuf) und größere Schriften (kutub). Größere Schriften sind an Davud (a.s.), Musa (a.s.), Isa (a.s.) und Muhammed (s.a.w.) offenbart worden. Diese sind Zabur, Taurat (Tora), Indschil (Evangelium) und Qur’an al Karim.

4. Iman an die Gesandten

Es gibt unzählige Gesandte, die Allah (s.w.t.) an die Menschheit von Zeit zu Zeit geschickt hat. Manche haben zur gleichen Zeit gelebt wie Ibrahim (a.s.) und Lut (a.s.), manche zu unterschiedlichen Zeiten. Die Kette der Gesandten beginnt mit Adam (a.s.) geht über Nuuh (a.s.), Musa (a.s.), Isa (a.s.) und endet mit dem Siegel des Gesandten Muhammed (s.a.w).

5. Iman an den Jüngsten Tag

Achirah umfasst die Auferstehung nach dem Tode und das gesamte Jenseits, unter anderem Rechenschaft vor Allah, der Iman an das Paradies (Dschannat) und an die Hölle (Dschahannam).

6. Iman an Qada und Al-Qadar:

Qada und Al-Qadar sind zwei Begriffe mit denen die gesamte Existenz beschrieben wird. Qada bezeichnet die göttliche Bestimmung aller Dinge und Ereignisse, die Er auf der Lauhi Mahfuth (wohl bewahrten Tafel) verzeichnet hat. Al-Qadar bezeichnet die zeitliche und räumliche Ausführung des Qada und ist sozusagen die Realisierung des Qada.
Diese Bestimmung berücksichtigt jedoch im Verhältnis zum Menschen den freien Willensakt (irada al dschuziyya). Gott ordnet seinen Willen (irada al kulliyya) bezüglich menschlichem Handeln dem menschlichen Willen (irada al dschuziyya) unter. Der Mensch ist frei in seinen Handlungen und muss sich dafür vor Allah (s.w.t.) verantworten. In diesem Zusammenhang wäre es angebracht von Vorhersehung zu sprechen. Allah (s.w.t.) hat bei seiner Vorherbestimmung aufgrund seiner Allwissenheit den freien Willensakt des Menschen vorhergesehen und berücksichtigt.

Die fünf Säulen des Islam

Das Glaubensbekenntnis:

Das islamische Glaubensbekenntnis wird als Schahada bezeichnet und lautet: „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammed (s.a.w.) sein Diener und Gesandter ist. Jeder Mensch, der aus freiem Willen die Schahada verinnerlicht und vor mindestens zwei Zeugen ausspricht, gilt als Muslim oder Muslima. Einen besonderen Initiationsritus in den Islam gibt es nicht. Dies gilt auch für muslimische Kinder, die als Muslime geboren werden.

Das (rituelle) Gebet:

Als Salah bezeichnet man das islamische rituelle Gebet, das fünfmal täglich zu bestimmten Gebetszeiten festgeschrieben ist. Das rituelle Gebet folgt einem bestimmten Ablauf und körperlichen Haltungen (Stehen, Verbeugen, Niederwerfen) und unterscheidet sich gänzlich von einem Bittgebet (Dua). Beim rituellen Gebet wenden sich die Muslime in  Richtung der Qibla (Gebetsrichtung zur sogenannten Kaaba gen Mekka). Das rituelle Gebet erfordert eine vorangehende rituelle Waschung (Al-wudu).

Das Entrichten der Zakat (Die Pflichtabgabe):

Eine weitere Säule des Islam ist die sogenannte Zakat (Pflichtabgabe). Muslime sollen von ihrem potentiell gewinnbringenden Vermögen jährlich 2,5 Prozent an Arme, Bedürftige und weitere Zakatempfänger wie z. B. „Verschuldete“ spenden. Unter Vermögen fallen Geld, Immobilien, Aktien usw. Vermögen definiert sich als Hab und Gut, das über den Grundbedarf hinausgeht.

Das Fasten (im Monat Ramadan):

Fasten im Monat Ramadan gehört zu den fünf Pflichten eines jeden Muslims. Fasten im islamischen Sinne bedeutet sich täglich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang von Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr fernzuhalten. Beim Fasten gibt es auch Ausnahmeregelungen für Kranke, Reisende, Schwangere, stillende Mütter und alte Menschen. Das Fasten soll sowohl der körperlichen als auch der geistlichen Läuterung dienen. Die Fastenzeit wird mit dem Ramadanfest (Id al Fitr) abgeschlossen.

Die Pilgerfahrt (Hadsch):

Die fünfte Säule des Islam bildet die Hadsch, die Pilgerfahrt in die heiligen Städten des Islam Mekka und Medina. Sie ist einer der bedeutendsten Höhepunkte im Leben der Muslime. Diese einmalige Pflicht besteht für jeden Muslim und jede Muslima, die sich finanziell und gesundheitlich die Hadsch leisten können. Der muslimische Pilgerer wird als Hadji bezeichnet.
Die wichtigsten Rituale bei dieser Pilgerfahrt sind das Eintreten in den sogenannten Ihram (Weihezustand durch Anlegen von zwei Tüchern bei Männern, normale Kleidung bei Frauen), dem Tawaf (Umrundung) der Kaaba, Laufen (Sacy) zwischen den Hügeln Safa und Marwa, Waqfa (Aufenthalt) bei Arafat, Steinigung der drei Säulen, die den Teufel symbolisieren, die Rasur bzw. das Kürzen der Kopfhaare. Die Hadsch findet im zwölften Monat (Dhulhiddscha) des Hidschri-Kalenders (Islamischer Mondkalender) statt und wird mit dem Opferfest (Id al Adha) am zehnten Tag der Dhulhiddscha abgeschlossen.

 

Was ist der Unterschied zwischen islamisch und islamistisch?

„Islamisch“ bedeutet „auf den Islam bezogen“. Man spricht z. B. von islamischer Glaubenslehre, islamischem Verhalten, islamischer Kunst, von islamischen Staaten usw. Menschen bezeichnet man allerdings nicht als islamisch, sondern entweder als muslimisch oder als Muslime.
Falsch ist es allerdings, Angehörige des Islams (also Muslime) als „Islamisten“ zu bezeichnen. Zwar bedeutet „Islamist“ im Deutschen seit langer Zeit „Islamwissenschaftler“ (die Islamwissenschaft oder Islamistik ist eine an mehreren deutschen Universitäten gelehrte Wissenschaft, die sich mit dem Islam beschäftigt) – allerdings hat seit etwa 20 Jahren die Bezeichnung „Islamist“ einen völlig andere Bedeutung bekommen, und diese wird durch die Massenmedien tagtäglich weiterverbreitet, wobei dies oft sehr undifferenziert geschieht.
Mit „Islamisten“ meint man jetzt Muslime, die eine modernistische politische Ideologie – den Islamismus – vertreten, nach der bereits aus dem Koran und der Sunna (der auf Muhammad und seine Gefährten zurückgeführten Überlieferung) ein vollkommener islamischer Staat abgeleitet werden könne, in dem alles nach dem göttlichem Gesetz, der Scharia, geregelt sei. Muslime, die dieser politische Überzeugung anhängen, bezeichnen sich selbst als Islamisten. Es gibt allerdings sehr unterschiedliche Strömungen im islamistischen Bereich, wobei die meisten eher friedliche Methoden zur Umwandlung der bestehenden (meist undemokratischen) Systeme in muslimischen Ländern in ein islamisches System befürworten. Tatsächlich gibt es auch unduldsame Islamisten, die einen Umsturz mit Gewalt befürworten bis hin zur Billigung terroristischer Methoden.
Obwohl es im Koran praktisch keine staatsrechtlichen Bestimmungen gibt, entstand in neuerer Zeit die Vorstellung vom „Islamischen Staat“. Muhammads kleiner Stadtstaat in Medina, also die Urgemeinde des Islam, wird von islamischen Ideologen als Modell betrachtet, an dem sich auch heutige islamische Länder zu orientieren haben. Abgesehen von den Schwierigkeiten, aus den Gegebenheiten eines kleinen Gemeinwesens des 7. Jahrhunderts n. Chr. eine Staatstheorie für heutige islamische Länder oder gar für ein Weltreich mit einem Kalifen als Oberhaupt abzuleiten – gibt es heute keine Staaten, die einem solchen Modell entsprechen würden. Das Königreich Saudi-Arabien und die Islamische Republik Iran, obwohl in ihrer politischen Struktur gänzlich verschieden, beanspruchen beide, islamische Staaten im eigentlichen Sinne zu sein. Eine „islamistische“ Ideologie ist allerdings eher im Iran maßgebend, während Saudi-Arabien eine Monarchie ist, in der die Macht auf der Zugehörigkeit und Loyalität zur Königsfamilie basiert. Zweifellose sind aber beide Staaten ebenso wie die Türkei, Marokko oder Indonesien „islamisch“ geprägte Länder.

Wer war Muhammad?

Muhammad wurde um das Jahr 570 n. Chr. in der Stadt Mekka in Arabien als Mitglied eines angesehenen Stammes geboren. Seine Vorfahren gehen auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Muhammads Vater starb vor dessen Geburt und seine Mutter starb als er sechs Jahre alt war. Er besuchte keine Schule, sondern wurde – wie in jenen Tagen üblich – von einer Amme aufgezogen und später von seinem Großvater und seinem Onkel aufgenommen und erzogen. Von seiner Jugend an, war er als rechtschaffener Mensch bekannt. Im Alter von ungefähr vierzig Jahren erschien ihm der Engel Gabriel in einer Höhle in Mekka und offenbarte ihm, daß er ein Prophet Allahs (s.w.t.) sei. Die folgenden Offenbarungen Allahs wurden in einem Zeitraum von 23 Jahren herabgesandt und später in Buchform zusammengetragen. Dieses Buch, der Qur’an, ist für Muslime die letzte und abschließende Offenbarung Allahs (s.w.t.). Der Quran ist unverändert und in seiner Originalform erhalten, er ersetzt die Thora, die Psalmen und das Evangelium, welche die Menschen im Laufe der Zeit verändert haben.

Beten die Muslime Muhammad an?

Nein, die Muslime beten weder Muhammad (s.a.w.) noch irgendeinen anderen Propheten an. Die Muslime erkennen alle früheren Propheten an, so Adam, Noah, Abraham, David, Salomo, Moses, Jesus und alle anderen (Friede sei mit ihnen allen). Die Muslime glauben, daß Muhammad das Siegel der Propheten war, d. h. der letzte der Gesandten Allahs. Sie glauben, daß allein Gott und nicht irgendein menschliches Wesen angebetet werden darf.

Was sagen die Muslime über Jesus?

Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Der Qur’an berichtet uns, daß Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. „Das Gleichnis von Isa (Jesus) (Friede sei auf ihm) ist ja bei Allah wie das Gleichnis von Adam, Er schuf ihn aus Erdreich, dann spach Er zu Ihm: Sei!, und er war.“ (Quran 3:59). Er vollbrachte mit Allahs Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Allah (s.w.t.) gab ihm noch andere Fähigkeiten wie z. B. das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Allah (s.w.t.) gab, bestätigten ihn als Propheten. Er wurde nicht gekreuzigt, sondern in den Himmel emporgehoben (Quran 3:54-55). Die Sure Maryam (19) beschreibt die Wunder Jesu in den Versen 27-34.

Welche Rolle spielen Gottesdienste im Islam ?

Der Zweck der Gottesdienste (‚Ibadat) im Islam ist es, sich der Gegenwart Allahs (s.w.t.) bewusst zu werden. Der Gottesdienst, sei es nun das Gebet, das Fasten oder die Armenabgabe, ist ein Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Wenn jemand in seinen Gedanken und in seinem Handeln im Bewusstsein Allahs (s.w.t.) lebt, dann kann er sowohl im Diesseits als auch im Jenseits auf Seine Wohltaten hoffen.

Was erwartet den Muslim nach dem Tod?

Allah (s.w.t.) ist gerecht, und damit Er Seine Gerechtigkeit ausüben kann, gibt es im Islam das Prinzip der Verantwortlichkeit. Die Menschen, welche gutes tun, werden belohnt, und diejenigen, welche schlechte Dinge tun, entsprechend bestraft. Deshalb hat Er das Paradies und die Hölle geschaffen, in die der Mensch unter bestimmten Voraussetzungen gelangt.
Die Muslime wissen, daß das gegenwärtige Leben nur von kurzer Dauer ist und daß darauf ein anderes folgen wird. Das diesseitige Leben ist eine Prüfung, und wenn wir diese Prüfung bestehen, wird uns ein ewiges Leben der Glückseligkeit in der Gemeinschaft von aufrichtigen Menschen im Paradies zuteil.

Was passiert mit einem Nichtmuslim nach dem Tod und gibt es Sünden, die Gott nicht vergibt?

Der Quran (99:7-8) sagt klar: „Und wer das Gewicht eines Sonnenstäubchens an Gutem tut, er sieht es. Und wer das Gewicht eines Sonnenstäubchens an Schlechtem tut, er sieht es.“ Damit ist gemeint, daß die Menschen, die nicht glauben bzw. den Iman an Allah (s.w.t.) nicht verinnerlicht haben, aber auf dieser Welt Gutes getan haben, aufgrund ihrer guten Taten im Diesseits belohnt werden. Die Menschen dagegen, die Muslime sind und Gutes tun, werden nicht nur im Diesseits, sondern auch im Jenseits belohnt werden. Das endgültige Urteil steht jedoch allein Allah (s.w.t.) zu (Quran 2:62). Die Sünde der Mitgötterei hingegen will Allah nicht verzeihen (Quran 4:48,116).

Warum müssen muslimische Frauen Kopftuch tragen?

Der Muslim sollte auch bezüglich seiner Kleidung auf Bescheidenheit Wert legen, und der Mensch sollte nicht als bloßes Objekt der Begierde betrachtet werden. Deshalb gibt es im Islam sowohl für Männer als auch für Frauen Bekleidungsvorschriften. Die Kleidung darf weder zu dünn sein, noch zu eng anliegen, damit die Körperformen nicht sichtbar werden. Die Bekleidung des Mannes muß mindestens den Bereich vom Nabel bis zum Knie bedecken, bei der Frau muß die Kleidung ihren ganzen Körper, außer ihrem Gesicht und ihren Händen, bedecken. Die Verschleierung des Gesichts ist nicht vorgeschrieben. Diesen Regelungen liegt die Quranstelle (24:31) zugrunde, die durch Aussagen des Propheten Muhammad (s.a.w.) präzisiert wird. Diese Vorschriften, wie auch andere Vorschriften im Islam, gelten für die Muslime verbindlich ab der Pubertät, da dieser Einschnitt die Volljährigkeit kennzeichnet.

Ist im Islam nur Schweinefleisch verboten?

Dem Muslim wird im Quran aufgetragen, kein Schweinefleisch, keine Produkte vom Schwein und kein Fleisch von verendeten Tieren zu essen (Quran5:3). Zudem ist das Fleisch von Raubtieren nicht erlaubt, weil sie selbst verendete Tiere fressen. Ein Muslim darf außerdem keine alkoholischen Getränke wie z. B. Wein oder Bier und auch keine Drogen zu sich nehmen.

Gibt es einen „heiligen Krieg“ oder was ist „Dschihad“?

Oft werden in den Medien Begriffe wie Dschihad und “Heiliger Krieg“ genannt und gleichgesetzt. Im Islam gibt es den Begriff des heiligen Krieges nicht. Gemeint ist eigentlich das Wort Dschihad, welches „Anstrengung“ oder genauer „sich auf dem Wege Allahs anstrengen“ bedeutet. Jede Anstrengung im Alltagsleben, die unternommen wird, um Allah (s.w.t.) zufrieden zu stellen, kann als Dschihad betrachtet werden. Eine der höchsten Stufen des Dschihad ist es, sich gegen die Herrschaft eines Tyrannen zu erheben und ihm die Wahrheit zu sagen. Gegen sein Ego zu kämpfen und sich von schlechten Verhaltensweisen fernzuhalten, ist ebenfalls eine große Anstrengung auf dem Wege Allahs.

Welche Feiertage kennt der Islam?

Fastenbrechenfest:

Das Ramadanfest ist eines der beiden Feste des Islams. Nachdem die Muslime einen Monat lang gefastet haben, begehen sie am ersten Tag des darauffolgenden Monats Schawwal das Ramadanfest. Die Muslime haben während eines ganzen Monats Gaben von Allah (s.w.t.) erhalten. Desto besser sind sie sich dieser bewusst, wenn der Fastenmonat vorüber ist. Durch das gemeinsame Festtagsgebet in der Moschee, die darauf folgenden gegenseitigen Besuche, Beschenkungen und die gemeinsame Begehung des Festes wird der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Zur Stärkung der sozialen Verantwortung innerhalb der Gesellschaft, in der Muslime leben, tragen aber auch die Zakât, die Fitr-Abgabe und andere freiwillige Spenden bei. Das erstere wird meistens im Ramadan entrichtet, obwohl es auch zu einer anderen Zeit gezahlt werden kann. Die Fitr-Abgabe muss im Ramadan, aber spätesten bis zum Festtagsgebet, von jedem Muslim gespendet werden. Die Besonderheit dieser Abgaben liegt darin, dass hier keine Ausnahme zwischen Muslimen und Nichtmuslimen gemacht wird; die Muslime sind angehalten die Zakât an die im Koran bestimmten Menschen zu verteilen, ohne zwischen deren Religion zu unterscheiden.

Opferfest:

Der erste Tag des Opferfestes ist der zehnte Tag des Monats Zul Hidschah. An diesem Tag verlassen die Pilger das Tal Arafat und machen sich auf den Weg zurück nach Mekka.
Feste sind Tage der Freude, Gemeinschaftlichkeit und Solidarität. An diesem Tag feiern nicht nur die Wohlhabenden, sondern auch die Armen. So wie die Muslime beim Ramadanfest die Bedürftigen finanziell unterstützen, so teilen sie auch das Fleisch der Opfertiere mit ihnen. Auf diese Weise herrscht in den muslimischen Gemeinden eine Atmosphäre der Gemeinschaftlichkeit und Geschwisterlichkeit. Diese verbindende Eigenschaft ist es, die den religiösen Festtagen eine unersetzbare Stellung innerhalb des muslimischen Lebens gibt.
Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) wies auf Verantwortlichkeit der Wohlhabenden hin und sagte: „Wer in der Lage dazu ist, aber nicht opfert, soll sich unserem Gebetsplatz nicht nähern.“ (Ibni Mâdscha)
Indem der Muslim opfert, zeigt er seine Dienerschaft und seine Ergebenheit gegenüber den Geboten Allahs (s.w.t.). Bei dieser symbolischen Handlung erinnern sich Muslime an die absolute Hingabe des Propheten Ibrâhîm, der bereit war, seinen Sohn Ismaîl zu opfern, wenn dies der Wunsch Allahs (s.w.t.) wäre.
Es darf nur mit der Absicht geopfert werden, Allah (s.w.t.) näher zu kommen und sein Wohlwollen zu erlangen. Das Geschöpf zeigt also, dass es bereit ist, sich mit allen Mitteln den Geboten des Schöpfers unterzuordnen.
Auch wenn es Unterschiede in Bezug auf die Form und die Abischt gibt, ist das Opfern eine Praxis, die in fast jeder Religion vorzufinden ist. Im Koran wird beispielsweise davon berichtet, dass die Söhne des Propheten Âdam (as) Allah  (s.w.t.) Opfer darbrachten. [5:27] In einem anderen Vers findet sich ein Hinweis auf das Vorhandensein des Opferns in den anderen Religionen mit göttlichem Ursprung. [22:34]

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Was ist die Scharia?

Die Scharia ist das umfassende Gesetz der Muslime, das von zwei Quellen abgeleitet wird: a) dem Quran und b) der Sunna, den Handlungen des Propheten Muhammad (saw). Sie umfaßt alle Bereiche des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens im Alltag. Das Ziel des islamischen Gesetzes ist der Schutz der Grundrechte des Menschen als Individuum. Dies schließt das Recht auf Leben und Besitz, auf politische und religiöse Freiheit, sowie den Schutz der Rechte der Frau und von Minderheiten mit ein.

Wurde der Islam mit „Feuer und Schwert“ verbreitet?

Im Quran heißt es: „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ (2:256); deshalb kann niemand gezwungen werden, zum Islam überzutreten. Es stimmt, daß die muslimischen Armeen, die auszogen, um ein Volk oder ein Land zu befreien, meistens das Schwert mit sich trugen. Der Islam wurde aber nicht durch das Schwert verbreitet, denn an vielen Orten, wo jetzt Muslime leben, wie z. B. im fernen Osten, in Teilen Chinas oder in vielen Gegenden Afrikas, finden wir keine Berichte darüber, daß dort jemals muslimische Heere einmarschierten. Wenn man sagt, daß der Islam mit dem Schwert verbreitet wurde, müßte man auch sagen, daß das Christentum mit Gewehren, F16-Bombern und Atomraketen verbreitet wurde, was ja auch nicht der Wahrheit entspricht. Das Christentum wurde durch die Tätigkeit von Missionaren verbreitet, der Islam hingegen von muslimischen Händlern und Reisenden. Zehn Prozent aller Araber sind immer noch Christen. Auch in den anderen muslimischen Ländern hat die Toleranz der Muslime das Überleben von nichtmuslimischen Minderheiten gewährleistet. Und es gibt heute noch in fast allen muslimischen Ländern nichtmuslimische Minderheiten.
In der Bundesrepublik Deutschland nehmen auch Deutsche freiwillig und aus Überzeugung den Islam an. Sie und alle anderen Muslime wollen mit ihren Mitmenschen friedlich zusammenleben und besitzen keine Schwerter, um andere zum Islam zu bekehren.

Wie steht der Islam zu Gewalt und Terrorismus?

Der Islam ist die Religion des Friedens und der Hingabe an Gott und legt Wert auf die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens. Ein Vers im Quran sagt: „… wer er eine Seele tötet, – nicht wegen einer Seele oder Verderbenstiften auf der Erde, – es dann so ist, als habe er die Menschheit insgesamt getötet…“ (Quran 5:32). Der Islam verurteilt jede Form von Gewalt. Manchmal ist Gewaltanwendung jedoch die menschliche Reaktion eines unterdrückten Volkes. Terrorismus und Gewalt gibt es auch dort, wo keine oder kaum Muslime leben. Manchmal findet Gewalt im Kampf zwischen Besitzenden und Besitzlosen oder zwischen Unterdrückten und Unterdrückern statt. Man muß differenzieren und herausfinden, warum Menschen zu Terroristen werden.
Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung von bestimmten Zielen widerspricht den Grundsätzen des Islam. Sogar im Krieg hat der Prophet Muhammad (saw) verboten, Menschen zu bekämpfen, die sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen. Er ging noch weiter, indem er sagte, daß es verboten ist, auch im Krieg die Ernte des Gegners zu zerstören.

Was ist „islamischer Fundamentalismus“?

Der „islamische Fundamentalismus“, der in den Augen des Westens mit der Revolution im Iran begann, wird mit Terror gleichgesetzt und die westliche Welt sieht darin, nach dem Zusammenbruch der Sowjetmacht, die größte Gefahr für sich. Aber für die überwältigende Mehrheit der Muslime auf der ganzen Welt ist der Begriff „islamischer Fundamentalismus“ ein falscher Begriff.
Die Terroranschläge, die absurder- und falscherweise mit dem Islam begründet werden, bezeichnen die Medien als ein Akt des „islamischen Fundamentalismus“. Terrorismus aber widerspricht den Fundamenten des Islam. Der Islam begünstigt den Krieg nicht. Denn der islamische Glaube und seine Kultur blühten in der Zeit des Friedens und nicht in der des Krieges auf. Deswegen sollte fairerweise differenziert und nicht der Islam und die Muslime für den Mißbrauch des Islams durch einige wenige verurteilt werden.

Hat der Islam eine eigene Zeitrechnung?

Die Zählung des Hidschri-Kalenders (Islamischer Mondkalender) beginnt mit der Auswanderung (Hidschra) des Gesandten Muhammad (s.a.w.) von seiner Geburtsstadt Mekka nach Medina im Jahre 622 n. Chr. Er besitzt zwölf Monate und ist elf Tage kürzer als ein Sonnenjahr. Dies hat zur Folge, dass die nach dem Mondkalender festgelegten islamischen Ereignisse bzw. Festtage, gemessen am Sonnenkalender, sich jedes Jahr um elf Tage nach „hinten“ verschieben. Ein Mondmonat besitzt 29 oder 30 Tage und wird mit der Sichtung der Mondsichel (Hilal) eingeleitet.

Die Hidschri-Monate

1. Muharram
2. Safar
3. Rabi‘ul-Awwal
4. Rabi’u th-thaaniy
5. Jumada l-ula
6. Jumada th-thaaniy
7. Ragab
8. Scha‘ban
9. Ramadan
10. Schawwal
11. Dhu l-qa‘da
12. Dhu l-higga

Die Wochentage

1. Tag: Yaum al-ahad (Sonntag)
2. Tag: Yaum al-ithniin (Montag)
3. Tag: Yaum at-thalatha (Dienstag)
4. Tag: Yaum al-arbiraa (Mittwoch)
5. Tag: Yaum al-chamis (Donnerstag)
6. Tag: Yaum al-jumuraa (Freitag)
7. Tag: Yaum as-sabt (Samstag)

Warum dürfen muslimische Männer mehrere Frauen heiraten?

Die religiöse Überlieferung zeigt, daß, außer Jesus (as), der nicht verheiratet war, viele Propheten mehr als eine Ehefrau hatten. Für muslimische Männer gibt es nach dem Quran die Erlaubnis, mit mehr als einer Frau gleichzeitig verheiratet zu sein, aber nicht um ihre Lust zu befriedigen, sondern um unter anderem die Versorgung von Witwen und Waisen nach einem Krieg zu gewährleisten. Die Mehrehe ist keine Pflicht und unter den Muslimen eher die Ausnahme. In der vorislamischen Zeit hatten die Männer gewöhnlich mehrere Frauen, einer von ihnen hatte z. B. elf Ehegattinen. Als er Muslim wurde, fragte er den Propheten Muhammad: „Was soll ich mit so vielen Frauen?“ Dieser antwortete: „Scheide dich von allen, außer von vieren.“ Der Quran sagt: „… so heiratet, wer für euch von den Frauen gut ist, zweie und dreie und viere, und wenn ihr fürchtet, daß ihr nicht gerecht seid, dann eine einzige…“ (Quran 4:3). Weil es in der Praxis sehr schwierig ist, alle Ehefrauen gerecht und gleich zu behandeln, haben die meisten muslimischen Männer nicht mehr als eine Frau.

Werden die Frauen im Islam unterdrückt?

Nein, im Gegenteil. Der Islam hob die Stellung der Frau bereits vor 1400 Jahren an, indem er ihr das Scheidungsrecht, das Recht auf finanzielle Unabhängigkeit und Unterhalt, sowie das Recht, als ehrbare Frau erkannt zu werden (Hidschab), zubilligte, und dies zu einer Zeit, in der die Frauen in der übrigen Welt, Europa eingeschlossen, keine derartigen Rechte besaßen. In Bezug auf ihre religiösen Handlungen ist die Frau dem Mann gleichgestellt (Quran 33:35). Dies wird im Quran auch in 4:124 wie folgt erläutert: „Diejenigen aber, die handeln, wie es recht ist – sei es Mann oder Frau – und dabei gläubig sind, werden ins Paradies eingehen und nicht im geringsten Unrecht erleiden“. Der Islam erlaubt der Frau, nach der Heirat ihren Mädchennamen zu behalten, ihr selbstverdientes Geld zu verwalten und es so auszugeben, wie sie es wünscht. Er trägt dem Mann auf, die Frau in der Öffentlichkeit vor Belästigung zu beschützen. Der Prophet Muhammad sagte zu den muslimischen Männern: „Der Beste unter euch ist derjenige, welcher am besten zu seiner Familie ist.“
Nicht der Islam, sondern einige muslimische Männer unterdrücken heutzutage leider ihre Frauen. Dies geschieht aufgrund ihrer kulturellen Angewohnheiten oder aus Unkenntnis über ihre eigene islamische Religion.

Ist der Islam religiösen Minderheiten gegenüber intolerant?

Der Islam erkennt die Rechte und die Religionsfreiheit von Minderheiten an. Im Quran kommt dies u. a. in dem folgenden Quranvers zum Ausdruck: „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ (2:256). Um ihr Wohlergehen und ihre Sicherheit zu garantieren, wird den Minderheiten eine Steuer (Dschizja) auferlegt. Außerdem sind sie vom Wehrdienst befreit. Der Prophet Muhammad (saw) verbot muslimischen Heeren, Kirchen oder Synagogen zu zerstören. Der Kalif Omar erlaubte muslimischen Eroberern nicht einmal, in einer Kirche das islamische Gebet zu verrichten, um nicht die Gefühle der Christen zu verletzen. Die Juden lebten im muslimischen Spanien friedlich mit den Muslimen zusammen, und ihr Gemeindeleben blühte auf, während sie im restlichen Europa verfolgt wurden. Sie betrachten diesen Teil ihrer Geschichte als das goldene Zeitalter. In islamischen Ländern leben Christen in Wohlstand, haben Regierungsposten inne und werden nicht am Kirchgang gehindert. Muslime wissen aber auch, daß ein Herrscher bei der Ausübung seines Amtes nicht immer die Lehren seiner Religion beachtet.

Was ist die islamische Meinung zu Freundschaften und intime Beziehungen?

Der Islam lehnt außereheliche intime Beziehungen zwischen den Geschlechtern ab. Er fördert die Ehe, die als Schutz vor solchen Versuchungen und als Mittel zur gegenseitigen Liebe, Barmherzigkeit und zum Frieden dient.

Wie sollen sich Muslime gegenüber Juden und Christen verhalten?

Der Quran nennt die Juden und Christen das „Volk der Schrift“, d. h. sie sind diejenigen, die göttliche Offenbarungen vor der Zeit des Propheten Muhammad (saw) erhalten haben. Muslimen ist auferlegt, sie mit Respekt und Gerechtigkeit zu behandeln und nicht mit ihnen zu kämpfen, solange diese nicht Feindseligkeiten beginnen oder den Islam verspotten. Dieser Respekt und die Toleranz ist aber nicht nur auf Christen und Juden beschränkt. Dennoch haben sie aufgrund der monotheistischen und abrahamitischen Tradition einen besonderen Stellenwert bei den Muslimen. Die Muslime tragen die Hoffnung, daß die Christen und Juden sich ihnen anschließen, um den Einen Gott anzubeten und sich Seinem Willen zu unterwerfen.

„Sprich: ‚O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns, daß wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen, und daß nicht die einen von uns die anderen zu Herren annehmen neben Allah.‘ Und so sie den Rücken kehren, so sprechet: ‚Bezeuget, daß wir Muslime sind‘.“ (Quran 3:64)

Glossar arabischer Begriffe

Glossar arabischer Begriffe


Allah = Der eine, einzige Gott

Dschihad = Anstrengung, Bemühung

Dschizja = Ersatzabgabe, die im allgemeinen von den Juden und Christen, welche im islamischen Staatsgebiet leben, gezahlt wird, da von diesen keine Zakat (Pflichtabgabe/-steuer) wie bei den Muslimen erhoben wird.

Hadsch = Wallfahrt (Pilgerfahrt) nach Mekka

Hidschab = Schleier; hier: Schutz der Frau; wörtl.: „Vorhang“

Hidschra = Auswanderung der ersten Muslime von Mekka nach Medina im Jahre 622 n. Chr.

Id-ul Adha = Opferfest anlässlich der Hadsch

Id-ul Fitr = Fest des Fastenbrechens nach dem Ramadan

Iman = Der Glaube

Islam = wörtl.: „Das Friedenmachen“; Ergebung in Gottes Willen

Koran = wörtl.: „Das oft zu Lesende“; Name der abschließenden Offenbarung Gottes für die Menschen

Muharram = Erster Monat des islamischen Mondkalenders

Ramadan = Fastenmonat

Salah = Das islamische Gebet, welches fünfmal am Tag verrichtet wird

Scharia = Das islamische Gesetz, islamisches Recht

Sunna = Das Beispiel bzw. das vorbildliche Verhalten des Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm)

Sure = Bezeichnung für die Kapitel im Koran

Zakat = Pflichtabgabe vom Besitz für gute Zwecke

(Entnommen aus: v. Denffer, Ahmad (Hrsg.): Allahs Gesandter hat gesagt, Haus des Islam, Lützelbach 1984 und v. Denffer, Ahmad: Kleines Wörterbuch des Islam, Haus des Islam, Lützelbach 1986)

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