{"id":424,"date":"2015-12-14T20:53:26","date_gmt":"2015-12-14T19:53:26","guid":{"rendered":"http:\/\/arrahman-moschee-hilden.de\/wp\/?p=424"},"modified":"2016-02-01T18:12:35","modified_gmt":"2016-02-01T17:12:35","slug":"die-moschee-als-bildungsstaette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arrahman-moschee-hilden.de\/wp\/die-moschee-als-bildungsstaette\/","title":{"rendered":"Die Moschee als Bildungsst\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl sich in der islamischen Geschichte etwa ab dem 5.Jh. (dem 12. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung) der Typus der Madrassa (t\u00fcrk. Medrese) als islamischer Bildungsst\u00e4tte entwickelt hat, von denen die gro\u00dfen Madrassen wie die Niz\u00e2miyya in Baghdad, die im Jahre 969 gegr\u00fcndete Al-Azhar in Kairo und die bereits 857 begr\u00fcndete Al-Qarawiyin in Fes als islamische Universit\u00e4ten einen legend\u00e4ren Ruf in der gesamten islamischen Welt erlangten, behielten die Moscheen diese Funktion, die sie von Beginn an \u00fcbernahmen, bei. In Al-Azhar und Qarawiyin wurde lange Zeit weiterhin in den Moscheen unterrichtet, und speziell im Westen, in Nordafrika, setzte sich die Madrassa als eigene, von der Moschee getrennte bauliche Einrichtung erst sehr sp\u00e4t, ab etwa 1300, durch. Freilich wurden die separaten Geb\u00e4ude der Madrassa oft unmittelbar neben einer zentralen Moschee gebaut. Auch fanden sich separate Madrassen zumeist nur in den gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten. Zu den Madrassa-Komplexen geh\u00f6rten auch Wohnunterk\u00fcnfte f\u00fcr die Studenten. Auch heute noch ist jede Moschee in jeweils unterschiedlichem Ma\u00dfe auch eine Bildungsst\u00e4tte. In Europa haben die Moscheen heute diese Funktion sogar in st\u00e4rkerem Ma\u00dfe wieder \u00fcbernommen, insbesondere was die religi\u00f6se Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen betrifft, als es heute in den muslimisch gepr\u00e4gten Staaten der Fall ist: dort n\u00e4mlich wurden im Zuge von Modernisierungsbestrebungen nach westlichem Vorbild insbesondere seit der Kolonialzeit Bildungseinrichtungen von der Moschee separiert, und zwar in noch st\u00e4rkerem Ma\u00dfe als es vorher bereits durch die Einrichtung der Medresen geschehen war. Ernst K\u00fchnel schreibt jedoch noch in seinem 1949 erschienenen Buch \u201eDie Moschee\u201c, dass noch zu dieser Zeit in den Moscheen von Al-Azhar, Qarawiyin und Al-Zaytuna (Tunis) der Unterricht in traditioneller Weise in der Moschee stattfand. Die Bildung der Muslime ist die Grundbasis f\u00fcr eine lebendige und dynamische Gemeinschaft, in der das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Grundbasis daf\u00fcr ist nat\u00fcrlich der Qur\u2019an-Unterricht, wie er \u00fcblicherweise in der Moschee eines jedes Dorfes erteilt wird. Lehre und Bildung in der Moschee beschr\u00e4nkten sich in der fr\u00fchen Zeit allerdings nicht auf die religi\u00f6sen F\u00e4cher im engeren Sinne, wie die Erl\u00e4uterung des Qur\u2019an (Tafsir) und der \u00dcberlieferungen vom Propheten, Recht (Fiqh) und scholastische Theologie (Kal\u00e2m), sondern umfassten unter anderem auch Arabische Sprache, Logik, Astronomie, Geschichte, Mathematik, Medizin und Naturwissenschaften. Die traditionelle islamische Sicht der Wissenschaft ist ganzheitlich, und die Einstellung gegen\u00fcber der Wissenschaft war, anders als im mittelalterlichen europ\u00e4ischen Christentum, stets offen und positiv, denn letztlich werden alle Wissenschaften auf Gott zur\u00fcckgef\u00fchrt, und der Prophet Muhammad hat in mehreren Ausspr\u00fcchen explizit auf die Notwendigkeit, ja Verpflichtung eines jeden Muslims hingewiesen, sich n\u00fctzliches Wissen anzueignen. In fr\u00fcherer Zeit war es \u00fcblich, dass der Scheikh oder Gelehrte sich an einer bestimmten Stelle der Moschee, etwa einer S\u00e4ule, niederlie\u00df und seine Zuh\u00f6rer sich um ihn versammelten. So konnten, insbesondere in gr\u00f6\u00dferen Moscheen wie der Al-Azhar in Kairo oder der Qarawiyin in Fes, mehrere solcher Unterrichtssitzungen (Dars, pl. Dur\u00fbs) oder Vorlesungen parallel stattfinden. In den ersten Jahrhunderten des Islam war es durchaus \u00fcblich, dass diesen Vorlesungen auch Frauen zuh\u00f6rten; auch gab es wesentlich mehr weibliche Gelehrte, die Unterricht gaben, wobei dann M\u00e4nner die Sch\u00fcler weiblicher Gelehrter waren. Auch heute noch ist es, auch in den Moscheen in Europa, \u00fcblich, dass die Imame der Moscheen oder andere Gelehrte religi\u00f6sen Unterricht oder Ansprachen zu religi\u00f6sen Themen abhalten, zu festgesetzten Zeiten und sehr h\u00e4ufig auch im Anschluss an die Pflichtgebete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: http:\/\/www.islamische-zeitung.de\/iz3.cgi?id=1917<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl sich in der islamischen Geschichte etwa ab dem 5.Jh. (dem 12. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung) der Typus der Madrassa (t\u00fcrk. 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